2014 - «Ehresach»


Wilhelm Baron von Hoheneck, angeblich vermögender Schlossbesitzer und Theater-Mäzen, ist verstorben und seine Enkelin Barbara (Andrea Locher) kommt als Alleinerbin auf Schloss Hoheneck um den letzten Willen ihres Grossvaters zu erfahren. Dessen Testament kundzutun ist Aufgabe des Notars Bernhard Klagenicht (Etienne Meuwly), der gleichzeitig Regisseur der Hohenecker Schlossbühne ist.

Das Testament ist nicht ohne: Barbara muss ein ganzes Jahr lang auf Schloss Hoheneck leben und erst noch ungewohnte Bedingungen erfüllen. Erst wenn das Jahr um und sie den Aufl agen nachgekommen ist, darf sie das Schloss und den dazugehörenden Gutshof verkaufen. Barbara sträubt sich, aber da sie sich die Sympathie ihres Chefs, der sehr viel Wert auf Ehre und Gewissen legt, und vor allem die Chance auf eine Teilhaberschaft an dessen renommierter Anwaltskanzlei nicht verderben will, gibt sie nach.

Als gute Seelen des Hauses fungieren Butler Joachim (Tinu Schwander) und Hausdame und Köchin Louise (Marion Sägesser-Bolz). Die beiden Bediensteten kann die arrogante Barbara zu ihrem Bedauern auch nicht vor Ablauf des einen Jahres hinauswerfen. Dabei stellt sie schnell fest, dass ohne die beiden nichts laufen würde. Aber nicht nur die Dienerschaft hilft ihr mit Rat und Tat, auch ihre verstorbene Grossmutter Magdalena (Mirjam Käser) mischt sich ein. Das Bild der vor 35 Jahren Verstorbenen ziert den Wohnraum und hat eine besondere Bedeutung. Was niemand ahnt: Sie kann hören und sehen und ihrer Enkelin in brenzligen Situationen hilfreich zur Seite stehen.

Leider läuft für Barbara nichts wie es laufen soll. Dabei bemüht sie sich sehr, alle ihr aufgetragenen Arbeiten zu erledigen, vom Schweinestall ausmisten bis zum Küchendienst: Sie hat sich zum Erhalt ihres Erbes vom arroganten Stadtmenschen zum Arbeitstier gemausert. Aber alles was in Haus und Hof kaputtgehen kann, tut es seltsamerweise auch. Barbara muss zahlen, zahlen, zahlen und weiss bald nicht mehr, wie sie die Ausgaben noch decken kann. Irgendjemand scheint es darauf abgesehen zu haben, sie in die Enge und den Ruin zu treiben. Dass der Lebemann und Taugenichts Graf Bernadotte (Bruno Mathys) ihr seine Aufwartung macht, weil er ein grosses Erbe vermutet, hilft ihr auch nicht unbedingt weiter.

Trotz grösster Mühen droht für das Schloss schliesslich das fi nanzielle Aus. Der Butler und die Köchin glauben, eine Lösung gefunden zu haben, um der Baronin zu helfen: Das Schloss soll zum Hotel werden und den ersehnten Geldsegen bringen. Als die ersten Gäste eintreffen, ist die nichts ahnende Erbin schockiert. Zu den Gästen zählt auch Alexander Bösch (Patrik Berger), dessen Zuneigung und gut gemeinten Ratschläge von der Hausherrin falsch interpretiert werden.

Eine der Bedingungen des verstorbenen Barons lautete, dass die Hohenecker Schlossbühne zu altem Glanz erstrahlen müsse. Zu dem Erbe gehört nämlich nicht nur das baufällige Schloss sondern auch eine unbegabte Theatergruppe mit einer noch unbegabteren älteren Diva, Madame Virginia (Christa Hirschi), die unbedingt Shakespeare spielen will. So trifft der alternde Star unter der Obhut von Regisseur Bernhard Klagenicht im Hause ein. Unter fragwürdigen Voraussetzungen wird ihr die Hauptrolle zugestanden, während die begabtere Nachwuchsschauspielerin Joy Stark (Nelly Baumgartner) in den Hintergrund gedrängt wird. Als gut betuchte Witwe, auf der Suche nach einem Verehrer, gesellt sich Svenja Stein (Mirj Schmutz) hinzu und das Verwirrspiel nimmt seinen Lauf.

Tina Segler
Tina Segler, Autorin der Komödie «Ehrensache», wohnt und schreibt am Niederrhein. Seit Kindesbeinen interessierte sie sich für Theater und Schreiben. In der Schule erhielt sie dadurch eine gute Note in Deutsch – und einige Freistunden zum Theaterproben.
Früh stand für sie fest, dass sie auf die Bühne will – der Broadway wartete auf sie. Das tut er immer noch! Doch bevor Tina Segler mit der Schauspielkarriere starten konnte, erlernte sie vorsichtshalber noch einen kaufmännischen Beruf.
Mit der Geburt ihrer ersten Tochter änderte sich nicht nur ihre berufliche Planung, auch die Broadway-Pläne mussten zunächst ruhen.
Mit der Geburt ihres ersten Sohnes reifte der Wunsch zu schreiben. Anfangs bei einem Wochenblatt. Nach dem Wechsel zu einer Tageszeitung versuchte sie sich als Kritikerin im Bereich Kultur.
Nach der Geburt ihres zweiten Sohnes widmete sie sich dem Schreiben zu Hause und es entstand als erstes Theaterstück «Kleinstadthexen». Danach folgten «Saitensprünge» (Sohn Nummer 3), «Ehrensache» (dritte Tochter) und noch einige Stücke mehr in den schwangerschaftsfreien Zeiten.
«An Ideen für neue Stücke wird es nie mangeln», meint die mittlerweile 8fache Mutter, denn dass die besten Geschichten das Leben schreibe, halte sie für eine Tatsache. «Achtfacher Nachwuchs, ein turbulentes Theaterensemble und die grosse Welt der Kleinstadt sind für mich dabei eine hervorragende Ideenwerkstatt!» Und da das Leben sehr vielfältig ist, sind es ihre Theaterstücke auch. Eines hingegen dürfe nie fehlen, meint Mutter, Autorin, Regisseurin und Schauspielerin Tina Segler: Humor!

Besetzung

Regie
Bruno Mathys



Magdalena von Hoheneck Mirjam Käser
Joachim Butler Martin Schwander
Louise Hausdame Marion Sägesser-Bolz
Barbara Baronin von Hoheneck, Anwältin Andrea Locher
Bernhard Klagenicht Notar Etienne Meuwly
Madame Virginia Star Christa Hirschi
Graf Bernadotte Taugenichts Bruno Mathys
Alexander Bösch Hotelgast Patrik Berger
Svenja Stein betuchte Witwe Mirjam Schmutz
Joy Stark junge Schauspielerin Nelly Baumgartner



Souffleuse
Vroni Schwander



Bühnenbild

Fränzi Schwander
Mirjam Käser




Technik
Fränzi Schwander
Adrian Lüdi
Tobias Lüdi
Make-Up
Brigitte Barbetta